Literatur
Neu! Die F-35 Evaluation
Bernhardt Iklé, BoD Verlag, 2026
Viele offenen Fragen umgeben die Evaluation des F-35A für die Schweizer Luftwaffe. Denn die Informationen der Behörden sind unvollständig und teilweise schönfärberisch.
Bernhardt Iklé kennt persönlich mehrere der in die F-35 Evaluation eingebundenen Personen und Organisationen. Seine Fachkenntnisse stützen sich auf die Tätigkeit als Konstrukteur von Kampfflugzeugen, auf seinen beruflichen Einblick in die Luftwaffen der Schweiz und weiteren Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Amerikas sowie auf seine weltweite Expertentätigkeit für Fragen der Militäraviatik. In seiner Freizeit widmet er sich polit-philosophischen Themen.
F-35 Absturz mit Ansage - ein staatspolitischer Skandal
Dr. Pierre-Alain Fridez, a.Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Rotpunktverlag, 2025
Eine Verteidigungsministerin, die Hals über Kopf zurücktritt, Spitzenbeamte und hohe Militärs, die in gehetzter Kadenz das Handtuch werfen, Schocknachrichten aus Washington?… So wie sich die Beschaffung des Kampfflugzeugs F-35A heute präsentiert, fühlen sich viele an den Mirage-Skandal erinnert, der in den 1960er Jahren die Schweiz erschüttert hat. Doch Schritt für Schritt gelangen immer mehr Unstimmigkeiten ans Licht. Das Vergabeverfahren, das vom Militärdepartement als perfekt angepriesen wurde, erhielt massive Risse: ein ungenügendes Triebwerk, das auf Schweizer Kosten ausgetauscht werden muss, und die bittere Nachricht, dass keineswegs ein Fixpreis gilt und mit Mehrkosten in Milliardenhöhe zu rechnen ist. Dies vor dem Hintergrund der mittlerweile vertrackten Beziehungen zu den USA unter Donald Trump. Kein Wunder, kapitulierte die oberste Verantwortliche, Bundesrätin Viola Amherd, und trat gerade noch rechtzeitig vor dem Platzen diverser Seifenblasen zurück. Mit Pierre-Alain Fridez äussert sich in diesem Buch ein ausgewiesener Kenner der Materie. Er rollt die Beschaffungsgeschichte auf, benennt die Nebengeräusche und scheut sich nicht, die ganze Affäre als Ergebnis einer sorgfältigen Manipulation zu benennen. Einer Manipulation, die auf ein finanzielles und politisches Desaster hinausläuft – es sei denn, die hier vorgenommene Klärung bringen Bundesrat und Parlament dazu, den eklatanten Fehler zu korrigieren.
Der Entscheid für den F-35
Dr. Pierre-Alain Fridez, a.Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Rotpunktverlag, 2022
Am 27. September 2020 hat die Schweizer Stimmbevölkerung mit 8000 Stimmen Unterschied die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge hauchdünn angenommen. Es geht heute nicht darum, dieses Ergebnis in Frage zu stellen, denn die Regeln der Demokratie sind klar. Das Problem liegt voanders: im unverständlichen Entscheid der Schweizer Regierung, dem Parlament nach einem völlig undurchsichtigen Verfahren den amerikanischen Kampfjet F-35A von Lockheed Martin vorzuschlagen. Der F-35A ist ein Tarnkappen-Kampfflugzeug, das für Angriffe tief im feindlichen Gebiet und nicht für die Luftpolizei und -verteidigung konzipiert ist, die für den Schutz des Schweizer Luftraums im Vordergrund steht. Der F-35A weist zudem viele Probleme auf: das teuerste Flugzeug, besonders im Unterhalt, technische Mängel und vor allem ein Jet, der sich noch in Entwicklung befindet und dessen Triebwerk ausgetauscht werden muss…
Der überraschende Entscheid der Schweizer Regierung verdient eine gründliche Untersuchung. Sie wird aber durch eine bleierne Wand der Geheimhaltung erschwert, die dieses Geschäft umhüllt. Wer aber ohne jede Transparenz arbeiten und die Wahrheit verschweigen will, wird dennoch eines Tages mit deren Enthüllung konfrontiert sein. Und das Ergebnis ist klar: Dieses Flugzeug ist definitiv für die Schweiz nicht geeignet. Und selbst die Eidgenössische Finanzkontrolle äusserte ernste Bedenken bezüglich der gewaltigen finanziellen Risiken, die mit diesem Projekt verbunden sind.
Und eines ist sicher: Sollte die Schweiz den F-35A am Ende trotz allem beschaffen, wird dies kein gemütlicher Spaziergang werden. Vielmehr deutet vieles auf eine Wiederholung des Mirage-Skandals der 1960er Jahre hin…
Spin doctors im Bundeshaus
Dr. Judith Barben, Eikos-Verlag, 2010
Gefährdungen der direkten Demokratie durch Manipulation und Propaganda
Das weltweit einzigartige «Modell Schweiz» mit der direkten Demokratie ermöglicht die aktive Mitwirkung aller. Dabei müssen der Bundesrat und die Behörden das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf freie Meinungs- und Willensbildung respektieren. Das tun sie aber nicht immer. Nicht selten nehmen vom Bund angeheuerte PR-Büros und Public-Relations-Experten («Spin doctors») mit ethisch fragwürdigen Psychotechniken Einfluss auf die öffentliche Meinung. Sogar der ehemalige Bundesratssprecher und Vizekanzler gibt zu, dass der Bundesrat und seine Beamten unzulässige «Spin-doctor-Methoden» angewandt haben.
«Spin doctors» sind bezahlte Experten für «Öffentlichkeitsarbeit», welche die Menschen mit verdeckter Manipulation in die von ihnen beabsichtigte Richtung führen. Solche Praktiken gefährden die direkte Demokratie. Ein wirksames Mittel dagegen ist Aufklärung. Denn die Kenntnis der angewandten Methoden nimmt diesen ihre Kraft. Dazu leistet die Autorin einen wichtigen Beitrag.
Das Buch ist ein Plädoyer für eine ehrliche und ethisch fundierte Politik und ein Beitrag zum Schutz der direkten Demokratie.
Sicherheit und Verteidigung der Schweiz
Dr. Pierre-Alain Fridez, a.Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Editions Favre, 2020
Tabus brechen, Lösungen wagen
Debatten über Verteidigungsfragen beleben regelmässig das politische Leben in der Schweiz, insbesondere wenn es um die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge geht. Der Bundesrat schlägt vor, die Mittel zum Schutz des Schweizer Luftraums für 8 Milliarden Franken zu erneuern. Darüber hinaus sollen in den nächsten zwölf Jahren nahezu sämtliche Hauptsysteme der Armee ersetzt werden. Exorbitante Ausgaben. Aber auf welche Bedrohungen geben sie eine Antwort? Kann in der Mitte Europas traditionelle Kriegsführung auch in Zukunft noch stattfinden? Welches sind die potenziellen und vor allem plausiblen Risiken, die das Land heute und in der Zukunft bedrohen? Ist die vom Bundesrat vorgeschlagene Option die einzig mögliche? Gibt es eine Alternative, andere Entscheidungen, welche die besondere Stellung der Schweiz besser berücksichtigen würden, die durch die Umstände und die neuen Bündnisse, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet wurden, in die Mitte der grössten Militärallianz der Welt gerückt ist?
Das Buch analysiert die geostrategische und militärische Lage der Schweiz, geht auf originelle Weise die Frage der Neutralität an und schlägt ein Verteidigungskonzept vor, das den heutigen Risiken angepasst ist und dem objektiven Status der Schweiz als blinder Passagier der NATO Rechnung trägt.
Pourquoi les chars russes n'envahiront pas la Suisse
Dr. Pierre-Alain Fridez, a.Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Editions Favre, 2020
La bataille du Rhin n’aura pas lieu – die Schlacht am Rhein wird nicht stattfinden.
Am 24. Februar 2022 erwachten wir wie vor den Kopf gestossen: Der Krieg war nach Europa zurückgekehrt!
Die wildesten Gerüchte kursieren, denn die Emotionen haben die Oberhand über die Vernunft gewonnen. Putin wolle den Westen, den er als dekadent betrachte, zerstören und das russische Reich wiederherstellen. Die Ukraine sei nur die erste Etappe seines machiavellistischen Plans. Russische Panzer würden über Europa hereinbrechen … bis in die Schweiz. Es herrscht allgemeine Panik.
Die Aufrüstung läuft auf Hochtouren. Die Bedrohung scheint offensichtlich, und die demokratischen Länder müssen bereit sein. Der Bundesrat und die hohen Offiziere der Armee erwägen, Dutzende Milliarden Franken zu investieren, um unsere Ausrüstung dringend auf den neuesten Stand zu bringen und sogar die Zahl unserer Soldaten deutlich zu erhöhen.
Der Autor dieses Buches verurteilt die russische Aggression vorbehaltlos und ruft die Schweiz zur Solidarität mit dem ukrainischen Volk auf. Doch er kann sich nicht damit abfinden, sich mit einer emotionalen Antwort auf die grosse Frage zufrieden zu geben: Werden russische Panzer in die Schweiz einmarschieren? Hat Putin tatsächlich die Motivation und vor allem die Mittel dazu?
Ausgehend vor allem von historischen und geografischen Aspekten stellt das Buch den Ängsten, die heute die Oberhand über die Vernunft gewonnen haben, eine fundierte Argumentation entgegen.
Siehe auch: Conférence donnée le 20 mai 2025 à la Nouvelle Société Helvétique de Genève: „La guerre aux portes de l’europe: conséquences pour la sécurité de la Suisse„
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