Bei Inkrafttreten der WEA-Armee 2018 war allen Sachverständigen klar, dass damit der Auftrag der Bundesverfassung nicht mehr erfüllt werden konnte – nicht einmal ansatzweise. Land und Bevölkerung wurden ihrem Schicksal überlassen. Es war ein historischer Fehlentscheid, die Sicherheits-Verantwortung von den Kantonen an den Bund zu übertragen (BV-Änderung 2004 Aufgabenteilung Bund/Kantone).
Seither ist in den Kantonen das Sicherheits-Bewusstsein komplett abhandengekommen – die Unfähigkeit und das Desinteresse des Bundes scheinen hier niemanden zu stören.
Schon 2019 ist vom VBS die Schaffung „Leichter Kräfte“ angeregt worden, welche zusätzlich zum Armee-Bestand, allenfalls freiwillig, zum Schutz der Bevölkerung und ihrer kritischen Infrastrukturen beitragen. Im zahlreichen anderen Ländern existieren solche Formationen bzw werden aktuell weiter ausgebaut, unter Namen wie bspw „National Guard“, „Heimatschutz“. Das Konzept stammt aus dem VBS.
Umso erschreckender, dass in der Ankündigung der neuen Armee-Reform („Armee 29“) vom Chef VBS Martin Pfister vom 19. Juni 2026 keinerlei Absicht zu erkennen war, dieses vom VBS vorgeschlagene, im Ausland bewährte Konzept auch in der Schweiz umzusetzen. BR Pfister sind die im Zuger Kantonsrat eingebrachten Vorstösse 2548 (4.9.2015), 2858 (12.4.2018) und 2916 (25.11.2018) als damaliger Kantons- und Regierungsrat bekannt.
Auf anfang 2026 wurde das Inf Bat 11 der Ter Div 2 in das Leichte Infanterie-Bataillon L Inf Bat 11 umfunktioniert. Der als „Pilotversuch“ bezeichnete erste WK fand im Rahmen der Übung „Conex 26“ im Juni 2026 statt.
Das VBS verhängte über diesen Pilotversuch eine INFORMATIONS-SPERRE. Ganz offensichtlich will man die von BR Pfister an der erwähnten Medienkonferenz für „ungültig“ erklärten bisherigen VBS-Konzepte wie „Schwarzbuch“, „Zukunft der Bodentruppen“ usw nicht mehr weiterverfolgen. Mit der Begründung, sie „seien nicht vom Bundesrat erlassen“ worden.
Mit der National Guard des U.S. Staates Colorado (CONG) wurde im Sept. 2025 ein Letter of Intent unterzeichnet, und anlässlich des Besuchs des Chefs der Armee Ende Juli 2026 dann in Denver die eigentliche Zusammenarbeits-Vereinbarung.
Diese National Guard unterhält bereits Kooperationen mit den ähnlich schwachen Armeen von Slovenien und Jordanien. Diese Zusammenarbeit ist sehr zu begrüssen, die Schweiz kann dabei nur lernen.
Der rasche Aufbau einer „Home Guard“ bzw „Heimatschutz-Formation“ auch in der Schweiz ist dringlich und zwingend notwendig.
Der Schutz der Bevölkerung ist die wichtigste aller Staatsaufgaben.
Ohne Leistung kein VBS und auch kein Geld!

