Ablenkungsmanöver: Zivildienst-Gesetz – Abstimmung

Anstatt endlich für eine glaubwürdige Armee zu sorgen, schiessen die „Bürgerlichen“ auf den Zivildienst. Ein Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Staatsversagen. Die bürgerlichen Parteien und die Offiziersgesellschaften haben vor acht Jahren unsere Armee halbiert und ihr damit den Todesstoss versetzt. Sie sind für die heutige Katastrophe verantwortlich. Sie sind für das heutige Debakel selber verantwortlich. Das Volk soll nun einmal mehr über den Tisch gezogen werden.

Unser Heer besteht gerade noch aus 12‘700 Angehörigen, in drei mechanisierten Brigaden organisiert. Dazu nochmal so viele für die Flugplätze Payerne, Meiringen und Emmen, und für eine symbolische „Luftabwehr“ (Flab). Der Rest der Armee sind Hilfs-Formationen ohne nennenswerte Kampfkraft. Nach Aussage des früheren Chefs der Armee Süssli ist bloss ein Drittel unserer Armee voll ausgerüstet. Im Klartext: im „Einsatzfall“ würden zwei Drittel der Einrückenden chancenlos als „Kanonenfutter“ verheizt werden. Mit dieser „Perspektive“ würde selbstverständlich gar niemand einrücken.

Das ist seit Jahren so. An unserer trägen „Cüpli-Classe-Politique“ sind die Ereignisse in Europa von 2007 (Rede Putin), 2014 (Majdan-Putsch, Bürgerkrieg), 2022 (Russland) und 2026 (Iran) spurlos vorbeigegangen – in keiner einzigen Armeebotschaft des Bundesrats wurde dieser Missstand behoben.

Auf der Website der Artillerie-Offiziere (Sogart.ch) kürzlich gelesen: die Artillerie-Abteilung 10 habe im letzten Herbst ihren Wiederholungskurs ohne „Artillerie-Schiessen“ durchgeführt, weil keine Munition da war. Offenbar ist man mit den Panzer-Haubitzen einfach etwas in der Gegend herumgefahren. Das mag zwar lustig sein, rechtfertigt aber den Dienstzwang in keiner Art und Weise, schon gar nicht aus Sicht der Arbeitgeber.

Es ist ein billiges Märchen, dass zu wenig Geld vorhanden wäre. Tatsache ist vielmehr, dass das vorhandene Geld verschwendet wird durch das Durchfüttern einer mit 12‘000 VBS-Beamten völlig überdimensionierten Bürokratie. Diese Zahl hat sich seit der Jahrtausendwende trotz mehrmaliger Armee-Abbau-Schritte nicht verändert! Unglaublich! Trotz Milliarden-Ausgaben für die Büro-Automatisierung!

Das VBS leistet keinen nennenswerten Beitrag mehr zum Schutz unserer Zivilgesellschaft. Unserem Staatswesen fehlt der Wille, unseren jungen Dienstleistenden die zur Erfüllung ihres Auftrags notwendigen Waffen, Munition und Ausrüstungen beizustellen. Eine unfassbare Geringschätzung. Mir tun die Armee-Dienstleistenden leid. Wir sollten jeden Jungen verstehen, der die Bedeutung dieses vorsätzlichen und feigen Staatsversagens begriffen hat, und sich für den Zivildienst entscheidet.
Deshalb „Nein“ zur Änderung des Zivildienst-Gesetzes.